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Thema: Leben mit nicht-veganen Partner_innen

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von mithril
    vegan
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    Leben mit nicht-veganen Partner_innen

    So, dann starte ich hier mal das Thema:
    Wie ist es bei Euch? Lebt ihr mit Veganer_innen zusammen? Habt ihr eine Beziehung, in der sich unterschiedlich ernährt wird? Und wie geht ihr damit um?

    Mein Freund ist seit einiger Zeit vegetarisch, als wir uns kennengelernt haben, war er es noch nicht, ich aber auch noch nicht vegan. So gesehen haben wir uns beide eine Stufe weiterentwickelt. Ich bin damit sehr glücklich, würde es natürlich auch begrüßen, wenn er vegan würde, aber dadurch, dass meist ich koche, isst er sowieso schon viel weniger tierische Produkte. Ich habe ihm nie Fleisch zubereitet, und werde auch jetzt beim Kochen nichts verwenden, dass ich nicht auch esse. Nur bei vegetarischen Bratlingen (gibts selten fertig, meist mach ich sowas frisch) mache ich mal ne Ausnahme und brat die mit

    Allerdings glaube ich nicht, dass ich heut noch bereit wäre, eine Beziehung mit einem Omni einzugehen. Das passt dann doch irgendwie nicht.

  2. #2
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    vegan
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    Ich schreibe auch mal wie es bei mir war, als ich noch einen Partner hatte.
    Als wir uns vor knapp 9 Jahren kennen gelernt hatten, war er noch Fleischesser und ich Veggie. Allerdings hat er es kaum gegessen, da er es nicht großartig mochte. Kurz bevor wir vor etwas über 7 Jahen zusammen kamen, hat er das Fleischessen ganz gelassen, weil er es einfach nicht mochte. Die Tiere spielten da wohl keine allzugroße Rolle. Von mir wusste er aber nicht, dass ich auch kein Fleisch esse, von daher war es seine eigene Entscheidung.
    Vor 3 Jahren, da wohnten wir schon zusammen, habe ich dann auf Vegan umgestellt und er war nicht begeistert. Eigentlich war das unsere erste erstzunehmende Auseinandersetzung in unserer Beziehung.
    Den veganen Gedanken hat er leider nicht gefunden und auch - wenn schon Konsum von Milch und Eiern - wenigstens auf die Herkunft zu achten, gefiel ihm nicht.
    Ich wollte seinen Kram, Milch und Käse, nicht mehr kaufen (er ist nie einkaufen gegangen und hat auch nie gekocht). Er meinte dann, dann kauft er es sich eben auf dem Rückweg von der Arbeit selber, was dann auf Rewe hinauslaufen würde. Zu einem anderen Laden mit dem Fahrrad zu gurken hatte er keine Lust. Mit der Aussicht habe ich ihm dann seine Sachen doch gekauft und versucht ihm möglichst viel demeter oder zumindest Bioland unterzuschieben und da dann auch immer möglichst wenig. Ich fand es schon ziemlich belastend.
    Auf der anderen Seite war er total genervt von dem Vegan-Sein, meinte es schränkt sein Essen ein. Dabei hat er sich ja außer Haus mit dem verköstigt, was er wollte und schleppte auch seine Schokolade, Kekse und co an. Ich habe ihn auch nie abgehalten sich was selber zu kochen (das war einfach, er hat eh nie Anstalten dazu gemacht), allerdings habe ich schon ziemlich geschmollt, wenn er irgendwas kaufen wollte und ich dabei war
    Also eigentlich haben wir die jeweils andere Position eben nur des Partners zuliebe hingenommen, anfreunden konnte weder er sich an meins noch ich mich mit seinem...
    Wobei bei ihm wohl das Vegansein auch negativ belegt war, weil es bei mir mit dem Tiereinsatz nicht zu trennen ist und er immer Angst hatte, ich fange mit krummen Dingen an, wie er ganz selten mal durchschimmern ließ.

    Hart fand ich dann allerdings, als es mit unserer Beziehung generell in die Brühe ging, dass er zuerst dachte, die "Tiersekten" hätten mich so verändert. Das fand ich dann schon ziemlich traurig...

    Jetzt, wo unser Kühlschrank nur noch sein Kühlschrank ist, findet sich darin auch wieder hauptsächlich Ja!-Milch, Ja!-Käse und Konsorten. Mein ganzes Gelaber hat nichtmal so viel gebracht, dass er zumindest aus Anstand zur Supermarkt-Biomilch greift. Dabei verdient er genug, dass er mit demeter-Käse um sich schmeißen könnte -.-
    Geändert von katharina (06.03.2012 um 16:50 Uhr)

  3. #3
    Neuer Benutzer Avatar von Linundlou
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    Als ich und mein Freund vor 3 Jahren zusammen kamen, haben wir beide Fleisch gegessen. Da mein Freund total gerne kocht, habe ich das auch immer ihm überlassen.
    Als ich dann sagte ich wolle kein Fleisch mehr essen, war er damit direkt einverstanden. So kochte er für mich vegetarisch und für sich weiter Fleisch.
    Davon beeinflussen lassen hat er sich aber nicht.

    Als ich mich dann entschied vegan zu leben, lief das so ähnlich ab. Mein Freund unterstützte mich, "verteidigte" mich, wenn jemand was negatives sagte und half mir beim Backen und Kochen. (Da mir Kochen aber mittlerweile selbst sehr viel Spaß macht und ich gerne neue Rezepte ausprobiere, kochen wir jetzt meistens gemeinsam.) Und als ich eines Tages heimkam, lag "vegan lecker lecker" auf dem Tisch. Das hatte er mir als Überraschung geschenkt und direkt mal die Lasagne daraus für mich gekocht. :) (Selber davon gegessen hat er aber nicht)
    Seine Meinung zum Verzehr von Fleisch hat er aber nicht geändert. Das heißt während er weiter omivor lebt, lebe ich vegan.

    Dafür hat er sich in vielen anderen Dingen verändert, beispielsweise kauft er vieles nur fair-trade oder versucht so wenig Plastik wie möglich in den Einkaufswagen zu legen usw.
    Zusätzlich hat er einen Gemüsegarten angelegt um den er sich kümmert um mein Gemüse für den Sommer selbst pflanzen zu können.

    Natürlich würde ich mich wohler fühlen, wenn er zumindest vegetarisch leben würde, aber ich glaube nicht, dass das in naher Zukunft passieren wird.
    So komme ich aber mit der Situation klar. Einen omnivoren Freund, der meine Einstellung nicht akzeptiert oder miese Witze reißt, könnte ich mir nicht an meiner Seite vorstellen.
    Geändert von Linundlou (06.03.2012 um 17:32 Uhr)
    Liebe Grüße von Linda, Hündin Lou und den Samtpfoten!
    Wer Comics mag: Vegane Comics

  4. #4
    Benutzer Avatar von kristin
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    Ich bin mit meinem Mann mittlerweile seit über 10 Jahren zusammen.
    Wir haben uns damals mit 18/19 in der Ausbildung kennengelernt und sind zusammen seid wir 20 sind. Er hat schon immer Fleisch gegessen und tut dies auch immer noch, ich war damals so eine Fisch und Gelatine-essende, Ledertragende Vegetarierin.
    Seit Sommer 2010 sind wir auch verheiratet, vegan wurde ich erst 2011.
    Ich kenne meinen Mann ziemlich gut, kenne seine Vorzüge, seine Macken Nach dem perfekten Mann habe ich nie gesucht, ich bin bei dem Mann geblieben mit dem ich glücklich bin.

    Anfang 2011 gab es zwischen uns einen großen Krach wegen meinem Umstieg auf vegan. Am Ende hat er es aber akzeptiert, ich bin mir aber sicher dass er es trotzdem nicht richtig versteht warum ich vegan leben will.
    Einerseits fehlt ihm vielleicht ein wenig Empathie, andererseits beschäftigt er sich auch äußerst ungern mit Themen wie Massentierhaltung, ethischen Fragen zu Schlachtung, Haltung, Ausbeutung etc.. Mit Earthlings bräuchte ich bei ihm gar nicht ankommen - entweder weigert er sich gleich den zu gucken, oder er versucht dann mit Argumenten, dass das ja in Deutschland eh ganz anders ist und sowieso ist ja nicht jeder Betrieb so wie in der Doku ... etc. pp, blablabla wegzureden.
    Er ist halt nicht so weit, ob er je soweit sein wird, dass weiß ich nicht.
    Zumindest lässt er mich meinen Weg gehen, das rechne ich ihm hoch an.

    Sicher ist es nicht einfach mit einem Omni-Partner zusammen zu sein, vorallem wenn es um Kinderernährung oder gemeinsame Anschaffungen geht (Möbel z.B.) kann das ganz schön knifflig werden. Aber ich sehe es nicht ein, den Mann den ich liebe aufzugeben, weil er nicht vegan leben will.
    Ganz ehrlich, davon dass wir uns trennen würden, sterben auch nicht weniger Tiere. Er wird so weiterleben wie bisher und es ändert sich dadurch nichts.
    Jetzt habe ich wenigstens einen gewissen Einfluss auf die eingekauften Lebensmittel und Gebrauchsartikel.

    Wenn ich allerdings in der Situation wäre Single zu sein, dann würde ich mir eher einen veganen Partner suchen - ich such mir ja nun den Stress auch nicht extra aus

  5. #5
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    Huhu,

    ich lebe mit meiner 15jährigen vegetarischen Tochter und meinem halb-vegetarischen Mann zusammen. Meine Tochter hat schon immer selbst entscheiden können, wie sie sich ernähren möchte. Hat in ihrer frühen Kindheit auch Fleischwürstchen und Fischstäbchen gegessen, bis sie sich mit 10 Jahren entschieden hat, vegetarisch zu leben. Mein Mann ist Vegetarier mit gelegentlichen Rückfällen (Fisch).

    Mein Mann und ich kaufen getrennt ein und kochen selten zusammen, meistens getrennt. Im Kühlschrank haben wir jeder ein eigenes Fach (auch meine Tochter)

    Jeder isst bei uns was anderes - und das ist auch gut so. Wir lieben und akzeptieren uns wie wir sind.

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  7. #6
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    Ich finde die Vorstellung nicht ganz leicht, als überzeugter Veganer mit einem fleischessenden Partner_in zu leben. Vermutlich harmoniert es doch besser, wenn beide Veganer sind. Mindestens wäre ein Verlauf wünschenswet, wo beide Veganer werden..

  8. #7
    Benutzer Avatar von kristin
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    es ist auch nicht leicht - man stößt immer mal wieder an unterschiedliche Ansichten die man dann mit Kompromissen lösen muss.

    Aber es ist meiner Meinung nach ein Unterschied ob man in einer bestehenden Beziehung vegan wird oder ob man sich vegan einen neuen Partner sucht.

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  10. #8
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    Natürlich ist es ein Unterschied und ich sage ja auch nicht, dass man sich trennen soll. Ich selbst würde halt nur einen veganen Partner oder mindestens einen Partner suchen, der offen dafür ist, vegan zu werden. Wenn ich aber schon einen Partner habe, bleibt nur die Hoffnung (und positive Motivation), dass er es auch einsieht...

  11. #9
    Neuer Benutzer Avatar von Armer Irrer
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    Letztlich geht es ja nicht um Essgewohnheiten, sondern um die Frage welche Werte man teilt. Ob eine Partnerschaft mit einem ominvoren Partner_in funktioniert hängt in meinen Augen stark davon ab, wie man sich selbst sieht. Wenn ich mich selbst vor allem und in erster Linie über mein vegan sein definiere... dann wirds schwierig... wenn ich das vegan leben, als einen Teil meines Selbst unter vielen Teilen begreife... dann sehe ich die Möglichkeit das eine solche Partnerschaft funktionieren kann, weil eben noch genug Raum ist für andere Gemeinsamkeiten!

    Das ist ja ganz individuell... mir ist es zum Beispiel viel wichtiger, dass meine Partnerin links ist... als vegan.
    Geändert von Armer Irrer (10.03.2012 um 18:23 Uhr)
    Having been fucked is no excuse for being fucked up! Kimya Dawson

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  13. #10
    Neuer Benutzer Avatar von Maja
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    Dazu kann ich auch was sagen :D
    Als ich mit meinem jetzigen Mann zusammen kam, lebte ich noch "nur" vegetarisch und er omnivor. Für ihn war das von Anfang an sehr unproblematisch, jedoch habe ich ihm auch direkt klar gemacht, dass ich mich auf keinerlei Diskussion einlassen würde. Als ich mich dann vor 4 Jahren entschied, komplett vegan zu werden hatte ich das große Glück (wie ich finde), dass er das auf Anhieb unterstützte. Er selbst aß trotzdem weiterhin Fleisch usw. Von vornherein war mir klar, dass ich niemandem meine Vorstellungen und Lebensweisen "einreden" wollte. Ich sage jedem, der mich fragt einfach, dass ich vegan lebe und der/die andere eben nicht. Wir können uns dann entweder damit aufhalten, dass sie mich mit Fragen zermatern oder wir machen einfach jeder unser Ding und sind glücklich damit. Danach sind die meisten ruhig. Mein Mann weiß, wie ich darüber denke, wenn er Fleisch isst. Aber ich würde ihm dass nicht mehr so auf's Brot schmieren wie am Anfang unserer Beziehung. Weil ich weiß, wie nervig es auch für mich ist, wenn man am Tisch sitzt, eigentlich nur essen will und dann ständig gesagt wird: "Iiih, da ist gar nichts tierisches drin?", "Findest du das nicht ekelhaft?" "Hier probier doch mal ein Stück von dem Fisch, das tut Deinem Körper sicher gut." Ich möchte nicht, dass das bei mir gemacht wird, also mache ich es auch nicht bei anderen. Mittlerweile hat sich mein Mann dazu entschieden, vegetarisch zu leben und das ganz ohne eine Frau, die ständig predigt (Habe nur, wie gesagt am Anfang der Beziehung klar meine Meinung zu Fleischkonsum usw. geäußert). Darauf bin ich wirklich stolz :) Er meinte, er hätte sich einfach seine Gedanken gemacht und er weiß, dass die "veganen Gedanken" (wie das so oft genannt wird) absolut nachvollziehbar und richtig sind. Und auch wenn er vielleicht niemals rein vegan leben wird, bleibe ich bei ihm, weil er mich und meine Lebensweise von Anfang an akzeptiert hat. Nur so kann das dauerhaft funktionieren, denke ich.

    Maja

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